Industrieller Wohnungsbau im Wandel

28.04.2019

Viele Fachleute der Wohnungs- und Bauwirtschaft sehen heute im industriellen Bauen eine Chance, leistbare Wohnungen in kurzer Zeit, in hoher Qualität und in nennenswerter Stückzahl zu errichten. Angesichts des akuten Wohnraummangels in deutschen Groß- und Universitätsstädten ist der Modulbau, der inzwischen als Synonym für serielles Bauen steht, das Zauberwort in der Wohnungs politik geworden.

Industrieller Wohnungsbau im Wandel

 


Fotos: Bundesarchiv

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich große Architekten wie Le Corbusier und Gropius damit beschäftigt, wie man schnell bezahlbaren und den Anforderungen der Zeit entsprechenden Wohnraum schaffen kann. Doch während das System des Plattenbaus infolge der Dimensionen und Gleichförmigkeit der Wohnanlagen scheiterte, bietet der moderne Modulbau heute genügend Beispiele, wie man dank industrieller Herstellung preiswert, schnell und qualitätsvoll attraktiven Wohnraum schaffen kann.

 

Serielles Bauen vs. Plattenbau

Wie schnelles, kostengünstiges und nachhaltiges Bauen in hoher Qualität funktioniert, zeigen neue Projekte mit industriell gefertigten Wohnmodulen, die standardisiert und in großer Anzahl im Werk hergestellt und errichtet werden können. Doch obwohl sich anspruchsvolle Architektur und serielles Bauen längst nicht mehr zwingend ausschließen, gibt es in Deutschland immer noch Vorbehalte gegenüber dieser Bauweise. Ihr Image ist geprägt von monotonen, tristen Plattenbausiedlungen, die in den 1970er-Jahren sowohl in der ehemaligen DDR als auch in der frühen Bundesrepublik vor allem an den Rändern der wachsenden Städte entstanden. Das entsprach den damaligen gesellschaftlichen Ansprüchen, bei denen architektonische und soziale Qualitäten eher zweitrangig waren.

 

„ Was wir als Planer uns immer erträumt haben, ist die Industrialisierung und Vielfalt des Wohnungsbaus. Beides ist jetzt endlich durch die Digitalisierung des gesamten Planungs- und Herstellungsprozesses möglich.“
Joachim Brech, Dr. rer. pol, Dipl.-Ing. (Architektur, TUM)

 

Neue Anforderungen an den Wohnungsbau

Die Gesellschaft und das Bauen an sich haben sich jedoch gewandelt und die Anforderungen an den Neubau bzw. die Sanierung von Wohngebäuden sind komplexer geworden – mit der Konsequenz, dass das Bauen teurer und aufwendiger wurde. Dem gilt es mit den Möglichkeiten des modernen Modulbaus entgegenzuwirken. Dabei wird der serielle Wohnungsbau von heute nicht die „Platte von morgen“ sein. Stattdessen wird großer Wert auf eine hohe architektonische und städtebauliche Qualität unter Berücksichtigung baukultureller Belange gelegt. Die Wohnbauten sollen möglichst flexibel an die unterschiedlichen Standortbedingungen angepasst werden können und zudem günstig, qualitativ auf höchstem Niveau und zügig zu realisieren sein. Auch die Digitalisierung bietet die Möglichkeit, die Komplexität des Wohnungsbaus zu bewältigen. Was unterscheidet also hinsichtlich sozialer, wirtschaftlicher und architektonischer Aspekte den Modulbau heute vom Plattenbau der früheren Jahre?

 


Visualisierung: Firmengruppe Max Bögl
Vom ersten Spatenstich bis zur Vermietung in nur wenigen Wochen: Mit der Rahmenvereinbarung für serielle und modulare Wohnungsbau-konzepte, darunter das System maxmodul, erhalten Wohnungsunternehmen die Möglichkeit, Neubauprojekte schneller, einfacher, kostengünstiger und in hoher Qualität nach Katalog zu realisieren.

 

Differenziertes Bauen mittels Planungskatalog

Zurzeit der Plattenbausiedlungen war eine Differenzierung nicht gefragt und nur in Grenzen möglich gewesen. Nach schmalem Wohnungskatalog und einheitlichen Richtlinien baute man in der Regel gleich große und gleich geschnittene Wohnungen. Das Regelwerk für die Planung war durch die optimierten Maße der Platte vorgegeben. Auch das modulare Bauen basiert auf einem Regelwerk. Im Gegensatz zum Plattenbau heißt es bei maxmodul aber „Planen nach Katalog“. Auf der Grundlage des Regelwerks sind für alle relevanten Gebäudearten Typengebäude und Typengrundrisse in einem umfassenden Planungskompendium zusammengefasst, das kontinuierlich erweitert wird. Mit diesem Katalog können unterschiedliche Gebäude je nach Situation und Anforderung (zum Beispiel Wohnungsmix) konfiguriert werden.

 

Wirtschaftliche Effizienz in allen Prozessphasen

Beim Plattenbau wurde im seriellen, teilindustriellen Planen und Bauen ein Weg gesehen, Kosten zu senken sowie schnell und qualitätsvoll Wohnraum zu schaffen. Zwar gibt es auch bei industrieller Fertigung von Raummodulen eine Grenze für Effektivität und Kostenreduzierung. Die Digitalisierung bietet jedoch weitreichende Chancen, diese Grenzen zu überschreiten – wenn es gelingt, die einzelnen Teile der Wertschöpfungskette zu verbinden und die Schnittstellen zu reduzieren: von der Kalkulation über die Ausführungs- und Produktionsplanung bis hin zur Materialbeschaffung, Transportlogistik und Montage inklusive Qualitätskontrolle. Hier verknüpfen sich wirtschaftliche und ökologische Aspekte, indem Materialien effizient eingesetzt und Baustellenwege eingespart werden. Vor allem bietet die regelbasierte modulare Planung die Möglichkeit, Varianten rasch zu entwickeln, ihre Daten zu ermitteln und zu visualisieren, womit Entscheidungsprozesse erheblich verkürzt und transparenter werden.

 


Foto: Reinhard Mederer

 

Architektonische Gestaltungsvielfalt

Keine Frage: Auch mit industriell gefertigten Wohnmodulen kann man heute architektonisch minderwertige Gebäude errichten. Wie beim Plattenbau kommt es beim Modulbau darauf an, was man mit der Technologie macht. Das Planen nach Katalog erlaubt bei maxmodul nicht nur eine Vielfalt von städtebaulichen Konfigurationen, sondern auch verschiedenste Möglichkeiten der architektonischen Gestaltung, beispielsweise mit Fenster- und Balkonelementen. Damit kann sich die Modulbauweise gegenüber konventionellen Bauverfahren problemlos behaupten und bietet – gleiche Kosten zugrunde gelegt – mittels Planungskatalog sogar mehr Optionen. Kritikpunkte, wie sie von mancher Seite an der Architektur des Modulbaus geäußert werden, sind durch zahlreiche Praxisbeispiele längst widerlegt.

 


Visualisierung: Firmengruppe Max Bögl

 

Ein Modul für viele Segmente

Im Prinzip ist die Mehrzahl der Gebäude typisierbar, auch wenn jedes Bauwerk wie ein Unikat aussieht. Denn nicht nur Wohnungen, auch Hotels, Studentenwohnheime, Büros oder Kindergärten beruhen auf der Addition gleicher Räume. Hier liegt ein großes Potenzial für das serielle Bauen und damit für maxmodul. Und auch Wohnen ist nicht gleich Wohnen, betrachtet man Wohnungen für Ältere und Behinderte, Wohngruppen für Studenten, Gemeinschaftsunterkünfte usw. Diese Segmente gilt es, katalogartig zu strukturieren, wie dies schon beim Geschosswohnungsbau der Fall ist.

 

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